Bürgerinitiative Schaafheim,  

liebenswert, lebenswert - so soll es bleiben!

Es kann überall in Deutschland passieren - muss man deshalb weniger Angst haben?
Könnte "freigemessenes geringradioaktives Material" nach Schaafheim kommen?
Könnte Recyclingmaterial hergestellt werden?
Besorgte Bürger wollen sensibilisieren bevor es zu spät ist.

Es geht nicht um ein atomares Endlager, sondern um den
Plan der Politik und der Wirtschaft:
  Millionen Kubikmeter "freigemessenen geringradioaktiven Müll" in unsere Umwelt zu verteilen.
Ca. 97 % der Gesamtmasse eines Kernkraftwerkes könnten freigemessen werden und im Wertstoffkreislauf landen.

WeIn der Rubrik "Aktuelles" finden Sie einen Bericht und Fotos zum Informationstag am 17.9.2017 

Wir informierten zu folgenden Themen: 

Verkehr, Erweiterung des Sandabbaus, Abfallwirtschaft, Natur, Wasser 

und Recycling von ehemaligem Atommüll.


Artikel im Main-Echo vom 19.9.2017


Wir fragen die Politiker nach der Bundestagswahl:

"Was passiert mit dem freigemessenen Material aus dem Rückbau der Atomkraftwerke?"

Was kann in ganz Hessen und in der ganze Bundesrepublik auf uns zu kommen?


“Freimessen“ und „Freigabe“ heißen die Verfahren, die aus dem beim Rückbau von Kernkraftwerken entstehendem Material zu 'nicht mehr zu überwachenden Müll' macht.

Ca. 97 % der Gesamtmasse eines Kernkraftwerkes könnten freigemessen werden und im Wertstoffkreislauf landen. Dieses Material hat wenig radioaktive Strahlung und wird im Sinne des Atomrechts nicht mehr überwacht. Um Schaafheim stehen allein neun Atomkraftwerke im Umkreis von ca. 135 km.

(Wikipedia (2017): Liste der Kernreaktoren in Deutschland. Online: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernreaktoren_in_Deutschland (zuletzt geprüft am 17.07.2017)

Wir waren erstaunt, wie sehr die Wissenschaft sich damit schon beschäftigt hat und was man im Internet alles findet. So, dass jeder in der Lage wäre, sich selbst zu diesem Thema zu informieren. Da nicht jeder Zeit und Lust hat, stellen wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse vor. Wichtige Eindrücke und bürgerfreundliche Erklärungen finden sie in dem Film „Atomarer Rückbau - Neuer Stress mit alten Kernkraftwerken“ von Planet e. unter https://youtu.be/l3km9QgfrMw.

 

Um was geht es nun? Es geht um das harmlose Wörtchen „Freimessen“ und die Gefahren, die sich dahinter verbergen.
Es geht um Müll aus AKWs!!!  

„Die Delegierten des 120. Deutschen Ärztetages 2017 haben anlässlich des deutschen Ärztetages in Freiburg vor der Verharmlosung möglicher Strahlenschäden durch die geplante Verteilung von gering radioaktivem Restmüll aus dem Abriss von Atomkraftwerken gewarnt. (...). Durch die sogenannte „Freigabe“ in die allgemeine Wiederverwertung und der Lagerung auf normalen Mülldeponien, wird die Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten völlig unnötig und vermeidbar einer zusätzlichen Strahlendosis ausgesetzt, so der Ärztetag.“

120. Deutscher Ärztetag, Entschließung Ib-111, Beschlussprotokoll S. 240: http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/120.DAET/Beschlussprotokoll_120_DAET.pdf (zuletzt geprüft am 17.07.2017)

Der Atomausstieg ist in vollem Gange, was bedeutet, dass die Atomkraftwerke abgerissen werden sollen. Der Bauschutt der dabei entsteht, ist leicht radioaktiv. Dennoch ist die Industrie und die Politik der Meinung, die radioaktive Strahlung sei so gering, dass man sie komplett vernachlässigen könne. Dabei berufen sie sich auf die Strahlenschutzverordnung von 2017.        und in unser direktes Lebensumfeld.
Unsere Bedenken: Die riesigen Mengen an unter dem Grenzwert liegenden gering radioaktiven Materialien, die recycelt und überall in Deutschland verteilt werden könnten.  Die Unternehmen, die Behörden und die Politik müssen dann die, von den Stoffen ausgehende, geringe Radioaktivität nicht mehr kontrollieren. 97% eines Atomkraftwerks könnten "freigemessen" werden. In Deutschland existieren ca. 37 Atommeiler. Etwa zehn davon befinden sich bereits im Rückbau. Ab 2022 könnten alle AKWs rückgebaut werden. Wie viele Millionen Tonnen solchen Recyclingmaterials könnten in unsere Umwelt gelangen und somit in unser direktes Lebensumfeld?
Warum spricht die Politik von Gesundheitsschäden durch Dieselfahrzeuge, aber nicht über mögliche Gesundheitsrisiken durch „freigemessenes“ gering radioaktives Recyclingmaterial???

Auch andere äußern Bedenken: Der BUND schreibt, es gehe den AKW-Betreibern darum, „Abfälle aus dem Rückbau von Atomkraftwerken per Definition zu „Nicht mehr Atommüll“ durch „ Freigabe“ (§ 8 StrlSchV) oder „Freimessen“ (§ 29 StrlSchV) zu erklären, den man billig auf Hausmülldeponien verscharren, in Baustoffen, im Straßenbelag, auf Kinderspielplätzen, in Zahnspangen, Bratpfannen, Jeansknöpfen und Musikinstrumenten unterbringen oder – einfach- vergessen kann.“
Claudia Baitinger (28.10.2016): Freigabe: Vom Atomgesetz ins Abfallgesetz. Online: http://www.atommuellreport.de/themen/freigabe/freigabe-vom-atomgesetz-ins-abfallgesetz.html (zuletzt geprüft am 17.07.2017)

 Dr. Sebastian Pflugbeil (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz) äußert: „Mit der näherrückenden Stilllegung von kerntechnischen Anlagen und ihrem Abriss kommen auf die Betreiber Kosten zu. (...) Es überrascht nicht, dass die Betreiber auf Regelungen drängen, die eine billige Entsorgung des kontaminierten Mülls ermöglichen. Aus der Sicht der Bevölkerung, der Medizin und des Strahlenschutzes ist es jedoch absurd und inakzeptabel, zuzulassen, dass radioaktiv belasteter Müll mit niedrigem Aktivitätsniveau in großen Mengen für immer aus der Überwachung herausgenommen und verteilt werden soll, (..) Niemand wird in der Lage sein, die schleichende Vergiftung, die über Generationen andauern wird, im Einzelfall nachzuweisen. (…) Die bisherige Geschichte des Strahlenschutzes war eine Geschichte von Fehleinschätzungen, Ignoranz und Zynismus gegenüber den Opfern. Niemand kann heute garantieren, dass die Einschätzungen des Strahlenrisikos nicht noch weiter ansteigen. Was heute zwar nicht schön, aber auch nicht allzu gefährlich aussieht, kann sich morgen schon als schwerer Fehler erweisen, der dann nicht mehr behoben werden kann. Es besteht nicht die geringste Veranlassung für die Bevölkerung, zusätzlich zum vollen Risiko einer Atomkatastrophe auch noch freiwillig die Risiken einer billigen und deshalb unsicheren Unterbringung des Atommülls zu übernehmen.“
Claudia Baitinger (28.10.2016): Freigabe: Vom Atomgesetz ins Abfallgesetz. Online: http://www.atommuellreport.de/themen/freigabe/freigabe-vom-atomgesetz-ins-abfallgesetz.html (zuletzt geprüft am 17.07.2017) zitiert nach Dr. Sebastian Pflugbeil, Deutsche Gesellschaft für Strahlenschutz: „Bremer Erklärung“ des Kongresses "Strahlenschutz nach der Jahrtausendwende" 9./10. Juni 2001

 

Die einzige Möglichkeit, das Problem zu verhindern, ist, "...in Genehmigungsverfahren von Abfallbehandlungsanlagen und Metall-verarbeitenden Betrieben Anträge auf Nichtverwendung von AKW-Abfällen zu stellen und das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen.“ (Claudia Baitinger (28.10.2016): Freigabe: Vom Atomgesetz ins Abfallgesetz. Online: http://www.atommuellreport.de/themen/freigabe/freigabe-vom-atomgesetz-ins-abfallgesetz.html (zuletzt geprüft am 17.07.2017)) oder eine bundesweite politische Lösung, wie sie der Deutsche Ärztetag fordert: 

Aus Strahlenschutzgründen muss die belastete Menge so klein wie möglich gehalten werden und mit dem bestmöglichen technischem Stand sicher verwahrt werden, am besten auf dem Kraftwerksgelände".

Wie sich aus aktuellen Gutachten der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)“ ergibt, ist dies am besten durch die Lagerung in bunkerähnlichen Bauwerken auf dem Kraftwerksgelände oder in Gebäuden gewährleistet, die nach der Entkernung radioaktiv belasteter AKW-Teile am Standort stehengelassenen werden können.“ (
120. Deutscher Ärztetag, Entschließung Ib-111, Beschlussprotokoll S. 240: http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/120.DAET/Beschlussprotokoll_120_DAET.pdf (zuletzt geprüft am 17.07.2017))


Wir wollen keinen gering radioaktiven Müll im Recyclingkreislauf haben und keine Umschlagplätze mit Brecher und Staubbelastung. Mit radioaktiven Teilchen belasteter Staub könnte sich auch noch in 20 km Entfernung solcher Anlagen finden lassen. Durch das "Freimessen" geht es beim gering radioaktiven ehemaligen Atommüll nur noch um "normalen" Bauschutt.
Ist Ihrer Meinung nach Bauschutt gleich Bauschutt?
"Freimessen" hat nichts mehr mit den Z-Kategorien zu tun und das Material könnte wie Hausmüll behandelt werden. Auch was mit Bauschutt in ganz Deutschland passiert ist die Frage?
Überall in Deutschland könnten Umschlagplätze in der Abfallwirtschaft entstehen und das Recyclingmaterial in unsere Umwelt gelangen.

Um diese Gefahren zu verhindern, sollte vor Ort in Wiesbaden und bundesweit gehandelt werden! Unterstützen Sie uns!
                                   mail@bi-schaafheim.de


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